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VOLTAIRE

Um Cirey-sur-Blaise
  • Voltaire ... und die Marquise du Châtelet Eine der schönsten Liebesgeschichten des 18. Jh. im Schloss von Cirey-sur-Blaise

    1734 flüchtet Voltaire aufgrund der ohne sein Wissen veröffentlichten „Philosophischen Briefe“ aus Paris. Diese Briefe kritisieren lebhaft die französischen Institutionen und verärgern in höchstem Maße das Parlament, das daraufhin einen königlichen Haftbefehl zur Festnahme Voltaires herausgibt.

    Gabrielle Émilie de Breteuil, Marquise du Châtelet, ein ebenfalls...
    Voltaire ... und die Marquise du Châtelet Eine der schönsten Liebesgeschichten des 18. Jh. im Schloss von Cirey-sur-Blaise

    1734 flüchtet Voltaire aufgrund der ohne sein Wissen veröffentlichten „Philosophischen Briefe“ aus Paris. Diese Briefe kritisieren lebhaft die französischen Institutionen und verärgern in höchstem Maße das Parlament, das daraufhin einen königlichen Haftbefehl zur Festnahme Voltaires herausgibt.

    Gabrielle Émilie de Breteuil, Marquise du Châtelet, ein ebenfalls brillanter Geist des 18. Jh., deren Bekanntschaft er ein Jahr zuvor gemacht hatte und mit der er eine privilegierte Beziehung unterhält, gewährt ihm auf ihrem Anwesen in Cirey Asyl. Das Schloss Cirey, in der Haute-Marne gelegen, etwa 250 km von Paris entfernt und an der Grenze zum damalig unabhängigen Lothringen, ist für Voltaire ein idealer Zufluchtsort.

    Voltaires Absicht war es, bis zur Aufhebung des Haftbefehls in Cirey zu bleiben, da es ihm dann wieder erlaubt war, in die Hauptstadt zurückzukehren. Das Anwesen wird zu seinem „Zweitwohnsitz“, wo er sich 15 Jahre lang von 1734 bis 1749 aufhält.

    Bei seiner Ankunft in Cirey findet er ein sehr baufälliges Schloss vor. Wider Erwarten ist Voltaire von dem Ort begeistert, ändert seine Pläne und beschließt, sich endgültig in Cirey niederzulassen. Zuvor will er es jedoch zu einer behaglichen Wohnstätte machen. Mit Zustimmung des Marquis du Châtelet beginnt er umfangreiche Renovierungsarbeiten. Da das Schloss in seinen Augen zu klein für seine Empfänge ist, lässt er es umbauen und eine lange Galerie mit Dachterrasse errichten.

    Auf dem Ehrentor dieser Galerie bringt er seine philosophischen Überzeugungen sowie seine Bindung zu Kunst und Wissenschaft zum Ausdruck. Neben anderen Inschriften, findet man diese von Voltaire geschriebenen und Cirey gewidmeten Verse: „Refugium der Künste, Abgeschiedenheit, in welcher mein Herz in tiefem Frieden verweilt, Ihr gebt das Glück, welches die Welt vergebens verspricht.“

    Die von Voltaire veranlassten Arbeiten sollten außerdem einen gewissen Charme auf die Marquise du Châtelet ausüben. Diese zieht das mondäne Leben der Hauptstadt dem unscheinbaren Landleben vor und zögert, Voltaire nachzureisen. Aber schließlich gibt Émilie Paris und ihre Vergnügungen dort auf und zieht zu Voltaire nach Cirey. Und so begann eines der größten intellektuellen und romantischen Abenteuer des 18. Jh. zwischen zwei außergewöhnlichen Menschen. Nur der Tod der Marquise du Châtelet 1749 beendete diese Geschichte und trennte Voltaire auf immer von Cirey.

    Einzigartig: Voltaires kleines Privattheater

    Dieser sich auf dem Dachboden des Schlosses befindende Raum ist in mehrfacher Hinsicht einzigartig: Er gehört zu den rund dreißig in Frankreich noch existierenden Hof- und Privattheatern, von denen sich viele in einem kritischen Zustand befinden. Es handelt sich ebenfalls um eine der ältesten Bühnen Frankreichs (1735). Mit Ausnahme der berühmten Oper von Versailles (1770) und dem bezaubernden Theater der Königin im kleinen Trianon in Versailles (1780), gibt es in Frankreich kein anderes privates Theater aus dem 18. Jh. mehr.

    Besonders hervorzuheben ist, dass dies das einzige noch erhaltene, von Voltaire geschaffene Theater ist. Das „Théâtre des Délices“ und das Theater in Ferney, die er nach seinem Auszug aus Cirey errichtete, gibt es nicht mehr. Deshalb ist das Theater in Cirey von unschätzbarem historischem Wert. Die Restaurierungsarbeiten von Voltaires kleinem Theater erhielten 1999 den Ehrenpreis für „Historische Wohnstätten“.