Der Bahnhof von Troyes

Historische Stätte und Denkmal ,  Stadt der Kunst und Geschichte ,  Bürgerbau Um Troyes
  • Wir befinden uns hier etwas außerhalb des „Champagnerkorkens“, d. h. außerhalb des historischen Stadtkerns. Um 1850 ließ die Eisenbahngesellschaft Chemins de fer de l’Est eine Eisenbahnstrecke (Paris-Troyes-Mulhouse/Belfort) bauen, die um das Stadtzentrum herum geführt werden musste. Die Gleise wurden in der Nähe des Wasserspeichers Ravelin auf den äußeren Gräben der alten Stadtmauer entlang gelegt. Von 1857 bis 1858 entstand ein neuer Bahnhof, der das sogenannte „Embarcadère“ (Pier), die Endstation der alten Ligne Troyes-Montereau ersetzte und in der sich heute das Kulturzentrum Espace Argence befindet. Die Bahnhofshalle, die Fahrkartenschalter und eine Gaststätte wurden im Erdgeschoss untergebracht, während die mittlere Etage für die Wohnung des Bahnhofsvorstehers vorgesehen war. Zum Bahnhofsgelände gehörten an der Rue des Noës außerdem ein Warenhof, Werkstätten und Zugschuppen für 28 Wagen sowie zwei Rundbauten für jeweils 16 Zugmaschinen.
    Im Zuge des Aufschwungs des Schienenverkehrs investierte die Compagnie de l’Est in Troyes beträchtliche Summen. In La Chapelle-Saint-Luc wurden zwei neue Rundbauten mit Metallkonstruktionen errichtet und auf dem übrigen Platz konnten vier Bahnsteige für insgesamt sieben Gleise gebaut werden. Die Bauarbeiten für die große Halle zur Gleisüberdachung begannen im Sommer 1894. Die Kühnheit, Größe und Neuheit dieser Konstruktion zog Unmengen an Schaulustigen an. Die Halle wurde aus einer Metallstruktur und Glas gefertigt und zählte 14 Pfosten für eine einzige Spannweite und eine Länge von 132 Metern (6413 m2).
    Die Fassade des heute unter Denkmalschutz stehenden Bahnhofs besteht aus großen Rundbogenfenstern, über denen eine Balustrade angebracht ist, die auf ihre Art die Erinnerung an die vergangene Festungsmauer wachruft. In der Mitte befindet sich die obligatorische, riesige Bahnhofsuhr, die mit feinen Bildhauerarbeiten verziert wurde. Den Eingang schmückt eine große, schmiedeeiserne Markise aus der Werkstatt von Gustave Eiffel. Vor dem Bahnhof wurde 1912 eine neue Wartehalle im neoklassizistischen Stil gebaut. Bei der Renovierung im Jahre 1982 bekam der Bahnhof zusätzlich einen moderner Flügel. Die letzte Restaurierung fand 2003 statt.
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